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September 2005: Rufus zu Besuch
Rufus wurde ungefähr im Mai 2005 geboren und kommt aus einem Gebiet mit einer hohen Population verwilderter, unkastrierter Hauskatzen in Neuenhaus. Dort versucht der Tierschutzverein Tierfreunde Filderstadt e. V. schon lange zusammen mit einigen Anwohnern, ein wenig "Ordnung reinzubringen". Aber solange immer wieder neue Tiere angefüttert werden, bekommt man die Situation nicht in den Griff.
Rufus wurde im Juli 2005 in einem Haus mit vier anderen Katzenkumpels gefangen und ins Tierheim gebracht. Die anderen waren trotz ihrer Jugend so wild, dass sie mit fünf Monaten kastriert und wieder da hingebracht wurden, wo sie herkamen.
Rufus wäre es genauso gegangen, hätte er nicht eine Verletzung an seinem rechten Hinterbein gehabt, die einige Wochen behandelt werden musste. Auf einigen Bildern sieht man den Riesenverband an dem kleinen Kerlchen. Solange die Knochenhautentzündung nicht verheilt war, konnte er nicht geimpft werden, also musste er in Quarantäne. Die Quarantänestation im Tierheim war zu dieser Zeit aber überfüllt, so dass wir ihn zur Pflege zu uns nahmen (ich arbeite manchmal ehrenamtlich im Tierheim).
Mein Büro wurde also zur "Quarantänestation", hier wohnte Rufus für vier Wochen - das war vor allem eigennützig, weil ich so voller unerwiderter Katzenliebe war, denn unsere eigenen drei Kater sind ja Tag und Nacht unterwegs, wenn es draußen nicht gerade Minusgrade hat, und kommen nur 2 x täglich zum Fressen rein.
Der süße kleine rote Kater hat mich genau 48 Stunden lang nur angefaucht (aus dem Bücherregal heraus), während ich am Schreibtisch saß und beim Arbeiten ständig mit ihm gesprochen habe. Ich dachte, irgendwann klappt es vielleicht ... und tatsächlich, als hätte man einen Schalter umgelegt, steckte er plötzlich seinen Kopf zwischen den Büchern hervor und brauchte Liebe und Kraulen und vor allem Spielen.
Als er anfangs so scheu war und mich nur aus dem Regal heraus beäugt und angschnurrt hat, habe ich mich von Spielsachen umgeben auf den Boden gesetzt, da konnte er nicht lange widerstehen. Er kam dann auch beim Spielen zwischendurch zu einem, drückte sich an den Mensch ran und schnurrte, und spielte dann weiter.
Nachdem die Verletzung ausgeheilt war und der Verband wegkam, konnte er geimpft werden, und dann kam er wieder ins Tierheim, denn er sollte ja vermittelt werden. Es war natürlich schwer, ihn wegzugeben, aber wir hofften, dass er sich im Tierheim zusammen mit anderen Katzen wohl fühlt, denn er hat auch unsere drei Kater immer angehimmelt und wollte Anschluss. Allerdings hat er sich im Tierheim eher zurückgezogen und kam vor allem bei fremden Menschen nicht heraus - keine guten Voraussetzungen, vermittelt zu werden! Wir haben ihn zweimal die Woche dort besucht und natürlich auch gelitten und hätten ihn am liebsten wieder mitgenommen, aber wir haben ja bereits drei Kater, mehr geht einfach nicht ...
Und dann, nach nicht mal zwei Wochen im Tierheim, kam ein sehr nettes Paar auf der Suche nach einem Kater, gerade als wir Rufus besucht haben. Die Tierheimleiterin brachte uns zusammen, wir erzählten alles über ihn, sie schlossen ihn sofort ins Herz, und das war es - seitdem lebt Rufus glücklich bei der ebenso glücklichen Familie Dorner und heißt Romeo. Günther und ich haben ihn im Dezember dort besucht, schöner kann es eine Katze kaum haben, mit netten Menschen, viel Platz, einem Garten und Katzenklappe!
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