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November 2005: Ralfie & Mika
Mika starb im November 2007 an FIP, und Ralfie im Juli 2008. Wir sind unsagbar traurig.
Ralfie & Mika wurden Ende Juni 2005 geboren. Die beiden Geschwister wurden von der Polizei dem Tierschutzverein Tierfreunde Filderstadt e. V. bzw. für die erste Zeit dem Tierarzt übergeben, nach schlimmsten Misshandlungen und fast verhungert. Ralfie hat es besonders schwer erwischt: ein direkt an der Hüfte gebrochener Oberschenkel musste mit einem Nagel gerichtet werden, durch ein Gehirnödem konnte er die erste Zeit beim Arzt nicht selbst essen oder laufen, er hat eine geistige Behinderung und eine körperliche Behinderung rechtsseitig zurückbehalten, und nach einer Linsenluxation im rechten Auge litt er wochenlang unter einem entzündlichen Glaukom mit sehr starken Schmerzen.
Ich lernte die beiden im Tierheim kennen, in dem ich manchmal ehrenamtlich mitarbeite, und beim ersten Anblick kamen mir wirklich die Tränen. Man will ja am liebsten immer alle Katzen mit nach Hause nehmen, die man dort kennen lernt, aber diese beiden nicht sofort mitnehmen zu können, war besonders schwer. Wir hatten ja schon drei Katzen, außerdem sollten Ralfie & Mika in eine reine Wohnungshaltung vermittelt werden, da die Spätfolgen bei Ralfie zu gravierend sind.
Meiner Mutter, Marlene, erzählte ich von den beiden, wie ich eben von den meisten Neuzugängen im Tierheim berichte. Ihre Jule war im Februar gestorben, und sie wollte eigentlich keine Katze mehr ... aber das Schicksal nahm seinen Lauf: sie lernte die beiden kennen und lieben und beschloss, sie zu sich zu nehmen.
Anfangs brauchte vor allem Ralfie viel Pflege, daher lebten die beiden den ersten Monat bei Günther und mir, Marlene war sehr oft hier, und wir kümmerten uns zu dritt um die beiden. Ralfie bekam wegen des Glaukoms alle drei Stunden Augentropfen, und trotzdem ging es ihm schlecht. Beide Kater wollten in den ersten beiden Wochen gar nicht spielen, sondern immer nur auf dem Arm oder Schoß sein. Eigentlich ein Wunder, dass sie nach allem was ihnen widerfahren ist den Menschen immer noch völlig vertrauen. Letztendlich wurde Ralfies Auge ganz entfernt, danach war er wie verwandelt - begann zu spielen und sich selbstständig zu putzen.
Wir haben die beiden in den ersten Wochen gar nicht fotografiert, denn sie sahen wirklich schrecklich aus, immer noch spindeldürr, das Fell wollte kaum wachsen, die Pfoten nicht richtig ausgebildet, Mangelerscheinungen überall. Seit es ihnen besser geht, rasen sie aber rum wie die Irren und halten kaum mal still für ein Foto. Nach zwei Monaten Großfamilie hier bei uns zogen sie um zu Marlene; es war für Günther und mich besonders schwer, diese beiden Babies wegzugeben ...
Mika ist der große Bruder, hat Ralfie vieles beigebracht: wie man sich putzt, wie man spielt, wie man sich auf dem Katzklo verhält ... Aber Mika ist von beiden der sensiblere, er hat feinste Antennen. Ralfie ist durch seine geistige Behinderung heute der unkomplizierte, fröhliche, draufgängerische Typ, der inzwischen meist alleine schläft. Mika dagegen braucht auch heute noch viel Schmuserei und Gekuschel und lässt sich besonders gerne herumtragen.
Günther und ich besuchen die beiden häufig bei Marlene - und sie werden immer auch unsere Katzenkinder sein.
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